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Maniac Manson

Samstag 26/9/09

Unsere erste Woche in der Wohnung ist geschafft, wir haben uns recht gut eingelebt und verstehen uns nach wie vor sehr gut.

Wir haben gestern das reguläre Programm ausgelassen. Und haben statt dessen erst den Computerraum unsicher gemacht und dann ein weiteres Mal die Bücherei besucht, um uns ein paar Bücher auszuleihen. Wir brauchen Lesestoff! Ohne Fernseher (das ist schon ganz in Ordnung so) und Internet (das braucht noch ne Weile, bis wir das daheim haben -.-) ist lesen die schönste Alternative. Vor allem, wo wir noch keine Uniprojekte haben, die uns Tag und Nacht beschäftigen.

Ich habe mir Comics ausgeliehen, die dicken mit viel Text (auf Englisch), interessanten Themen und tollen Zeichenstilen (From Hell, Maus und Watchmen). Max liest momentan sehr angeregt in einem Buch über Comic-zeichner. Er hat sich noch 2 Bücher über Illustrationen und Illustratoren ausgeliehen, in denen ich gestern teilweise auch schon geblättert habe. Das alles gibt auf jeden Fall viele kreative Inspirationen.

Eigentlich sind wir ja beide angeschlagen und waren gestern auch schon müde.
Wir haben uns dann aber doch entschieden - so gegen 2130 - uns in den Bus zu setzen (der fährt vor der Haustüre los und bis London Bridge - also einmal quer durch die Stadt und das 24 Stunden 7 Tage die Woche) und das Londoner Nachtleben zu erkunden.

Auf dem Weg zur von Max ausgesuchten Lokation sind wir durch das nächtlich leere Barbican Center gelaufen (ja da waren wir Donnerstag in der Galerie), das ist dieser "Betonklotz", der beim durchlaufen an Olympia Dorf München erinnert und an SF-Städte der 50/60er. Wir wollen davon mal Fotos machen, den das ist sehr surreal. Fotos folgen also.



Zurück zum Ausgangsthema:

Zu erst haben wir uns THE FABRIC von Aussen angekuckt. Das ist so ziemlich die bekanntest Disco in London, was Drum'n'Bass und andere Elektronische Musik angeht. In den Laden passen ca. 1500 Menschen und das Publikum, dass wir so gesehen haben, war sehr gemischt. Wir haben das ganze mal von der anderen Strassenseite beobachtet:

Das FABRIC hat drei Türen. Zwei davon sind Eingänge, der dritte ist eine Ausgang. Von den Eingangstüren weg führend sind zwei Zugängen abgezäunt, so wie wir das von Konzerten o.ä. kennen. Die Leute stellen sich dann brav in ihre Reihen und warten bis der Türsteher sie rein lässt. Dann geht man durch einen Metaldetektor (wie am Flughafen) und kommt zur Kasse. Eigentlich geht das alles recht schnell und die Wartezeiten sind kürzer als erwartet. Sie vermeiden mit diesem System, dass des Drängeleien an der Kasse gibt. Es ist trotzdem seltsam und ungewohnt für uns und ich fand es persönlich auch ein wenig abschreckend.

Wir haben das also eine Weile beobachtet, dann entschieden, dass wir das in unserem Zustand (so wie wir uns grade fühlten) grade nicht packen und haben uns auf den Weg zurück zu unserem Bus gemacht. Auf dem Weg dorthin lag noch ein anderer Laden, den Max letzte Woche im Internet ausfindig gemacht hatte, als er auf der Suche nach Discothek für mich war (also Musiktechnisch ungefähr so: Industrial, Rock, Gothic, Metal, EBM).

Es sei angemerkt, es war ca. Mitternacht, nur damit ihr euch ein Bild machen könnt :)

Das SLIMELIGHT. Das haben wir uns erst von Aussen und nach kurzer Zigarettenpause auch von Innen angekuckt. Vor der Tür stehen hier nur 1-2 Türsteher (FABRIC gezählte 8), dafür aber auch mit Metaldetektor, hier die handliche Variante und die Schlage ist fast bis gar nicht vorhanden. Max wurde geprüft, ich einfach durch gewunken.
Der Eintritt beträgt mit Studentenausweis 4 Pfund, was enorm günstig ist, wenn man sich so ankuckt, was man anderweitig zahlt. Da sind 10-16 Pfund ganz normal.

Nach der Kasse geht es eine kurze Treppe hoch, links um die Ecke noch eine Treppe hoch und dann die erste Entscheidung, links die Treppe hoch oder hier rechts durch diese Türe? Wir haben uns für die Tür entschieden. Wir betreten einen relativ dunklen Raum mit vielen Menschen, rechts geht es zu den Toiletten (welche da für wen ist war nicht ersichtlich, hat aber auch schlicht weg keinen interessiert) und zu einem Billiardtisch. Linker Hand ist die Theke, es gibt verschiedene Dosenbiere, Red Bull, Softdrinks, Longdrinks und Kaffee. An der Theke vorbei durch die Schwingtür steht man direkt neben dem DJ-Pult in der ersten der beiden Tanzareas (unten). Hier ist es laut und auch schon relativ voll.

Wir wollten dann aber auch wissen, wohin uns die andere Treppe führt und sind zurück (man kommt sich ein wenig vor, wie bei Maniac Manson, wenn man das erste Mal das Tollhaus erforscht und man sicher ist, dass man sich mit Sicherheit verlaufen wird). Die Treppe hoch dem Bass entgegen betritt man die zweite Tanzarea(oben), ein langer Raum, von der Türe ausgesehen ist das DJ-Pult links und nach rechts geht es in den Raum. Weiter hinten steht auch hier ein Billiardtisch. Geht man ganz durch diesen Raum durch, gibt es hinten wieder eine Schwingtür, die direkt zur zweiten Bar führt.

An der Bar rechts führt eine Treppe runter zu einer Zwischenebene von hier aus gibt es mehrerer Möglichkeiten weiter zu kommen. Zum einen hatten wir hier endlich die Gaderobe gefunden, andererseits gibt es eine lange Treppe (mit zwei mal Abbiegen) die in den Raucherbereich führten. Und eine weiter Schwingtür führte zurück in die erste Tanzarea, aber an das andere Ende der Tanzfläche.

Soviel zu der Lokation. Die Musik, äh ja, als Max nachgeschaut hat, meinte er Samstag läuft dort Industrial etc (wir sind uns nicht mehr sicher, könnte auch jeder 3te Samstag im Monat sein). Nu war aber Freitag, das Publikum extrem gemischt und die Musik ebenso.

Oben lief für eine Weile nur Rock'n'Roll, Twist und Rockabilly, später dann andere für mich nicht zuordbare Musik, unten dagegen NuMetal, Jungle, Breakbeat, Death/Speed-Metal, (Nu-)Electro und andere Dinge, von denen wir vieles nicht kannten. Insgesamt eine sehr witzige Mischung.

Ich fühlte mich ein bisschen als stände ich in einer überdimensionalen Temple Bar, aber ohne Magners und die Musik ist seltsam. Aber hey, warum eigentlich nicht. Es gibt eine Menge Leute zu beobachten, gute Lieder zum Tanzen, lustige Fussfetischisten mit denen man komische Gesprächen führen kann und wenn einem die Musik unten nicht passt kann man die Area wechseln und rausfinden, ob sie den oben besser ist.

Das einzige Manko des Ladens sind die Getränke, das Bier ist echt lasch, wir haben zwei Sorten ausprobiert und das wir in London anfangen Becks zu trinken, wäre schon ziemliche Ironie. Wie gesagt, es gibt leider kein Magners oder Bulmers. Und auch keine wirkliche Cider-alternative.

Und als wir so gegen 0215 gingen, dachten wir, dass wir das grosse Abenteuer des Tages schon hinter uns hatten. Aber nein, es sollte erst noch kommen. Wir wackelten also um die Ecke zum Busstop, dort standen viele Menschen, die auf ihre Busse warteten. Nach dem die letzte Tube gegen 2400 fährt verlagert sich der gesamte Nachtverkehr auf Londons Strassen.

Unser Bus kam pünktlich, war ABER und das will ich hier noch mal extra betonen vollgestopft bis unter die Oberkante (und er war ZWEISTÖCKIG!!). Wir haben aber noch ganz vorne einen kleine Platz ergattert und fuhren so die ersten 20 min ganz vorne im Bus stehend mit Blick direkt auf die Strasse vor uns. DAS IST EIN ABENTEUER, diesen Busfahrern ist nichts heilig und man fühlt sich, als würde man immer grade so am Megaverkehrsunfall vorbei kommen. Aber eigentlich hatten wir echt Glück. An den nächsten Stationen wurden die Fahrgäste vor der Tür ignoriert, wenn kein Platz zum Nachrücken im Bus frei wurde.
Danach gab es oben freie Plätze, die wir einnehmen konnten, bis der Bus endlich vor der Haustür hielt (ca. 45 min Fahrt).

Heute liege ich angeschlagen auf dem Sofa, was in erster Linie am Postboten liegt. Der Briefschlitz ist direkt an der Wohnungstür und ich bin vom Klappern aufgewacht -.- An Einschlafen war danach nicht mehr zu denken und somit werde ich wohl heute früh ins Bett fallen.

Apropro Postbote!!! Bisher hat es EINER geschafft uns eine Postkarte zu schicken. VIELEN DANK DAFÜR! (derjenige weiß, dass ER gemeint ist!) Ich weiß, es haben noch nicht alle unsere Adresse, dass werde ich die nächsten Tage ändern ... danach gibt es keine Ausreden mehr!!

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L
<br /> Ich wars nicht mit der Postkarte... Asche über mein Haupt!<br /> Und das wo ich die Adresse doch schon ne Weile habe...<br /> <br /> Seitenhiebe sind doch sowas feines *ggg*<br /> <br /> Dann passt mal auf, dass euch der Briefkasten nicht bald überquillt...<br /> eigentlich echt schade, bei dem ganzen onlinezeugs, email, skype etc. vergisst man viel zu oft den guten alten brief / karte<br /> <br /> <br />
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